Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 3 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Training gegen ÖPNV-Phobie?
#1
Hallo zusammen,

ich hatte neulich die erschreckende Erkenntnis gemacht, das es Menschen gibt, welche bisher ausschließlich mit Ihrem Auto unterwegs sind - weil sie schlicht und einfach Angst haben sich in dem System des ÖPNVs nicht zurecht zu finden. Allein deswegen nehmen Sie Stau und horrende Parkhausgebühren in Kauf.
Die Situation war, dass ich einer zugezogenen Kollegin einen Laden in Stuttgart empfohlen habe - sie sich aber aufregte, dass in Stuttgart ja die Parkhäuser so teuer und die Einfallstraßen immer verstaut sind. Auf den sanften Hinweis doch mit der Bahn zu fahren kam dann diese ÖPNV-Phobie zum Vorschein.

Gibt es denn eigentlich auch ein Training für den Einstieg in den ÖPNV, ähnlich wie es das gegen Flugangst gibt?

Zitieren
#2
Umgekehrt gibt es auch Leute, die sich mit dem Auto ohne Navi null zurechtfinden, weil sie keinerlei Orientierungssinn besitzen.
Zitieren
#3
Irgendwelche Kurse sind mir jetzt nicht bekannt, aber ich kenne auch solche Menschen. Ich nehme sie dann einfach mal mit, und führe sie in das System ein... gebe ihnen die Chance, sich selbst zu orientieren. Das hilft dann meist.....
"Ladies and Gentlemen, the next station is London Charing Cross, Please mind the gap between the train and the platform."
Zitieren
#4
Naja, Training...

Die SSB bietet älteren und behinderten Menschen Kurse an, um sich mit den Verhältnissen in Bussen und Bahnen vertraut zu machen.
Funktionsweise der Türen u.a. wird da erläutert und vor allem die sichere Bedienung.

Du darfst aber auch nicht vergessen, daß es nicht jedermanns Sache ist, sich in evt. volle Busse/ Bahnen (HVZ) zu quetschen. Es gibt Leute, die es vorziehen, allein zu bleiben, statt in einer Menschenmasse befördert zu werden. Dazu kommt Bequemlichkeit, wie z.B. Rauchen im Auto oder was auch immer.
Da wird die teilweise längere Fahrzeit mit dem Auto vorgezogen, auch wenn es unsinnig erscheinen mag.
Richtig reizvoll wird ein öffentliches Verkehrsmittel erst, wenn man schnell und ohne viel Umsteigen ans Ziel kommt.

Nicht alle Routen können mit ÖV sinnvoll bewältigt werden.
Außerdem wird oft die falsche Preisrechnung gemacht: da werden der Fahrkarte nur die Spritkosten gegengerechnet, obwohl gerade im Stadtverkehr wesentlich mehr Aspekte dazu kommen.
Zitieren
#5
Für die Preisrechnung gibt es verschiedene Auffassungen. Ich habe z. B. mal gelesen, dass bei kurzen Fahrten es vollkommen ausreicht, dass wirklich nur die Spritkosten berechnet und Sachen wie Verschleiß und Wertverlust außen vorgelassen werden. Allerdings trifft das für Pendler natürlich nicht zu... die von dir angesprochene Bequemlichkeit darf nicht vergessen werden. Manchmal fahre ich auch lieber mit dem Auto in die Stadt, obwohl in der Nähe eine S-Bahn ist und ich einen Parkplatz suchen muss. Es hat vielleicht auch ein bisschen was damit zutun, dass man dann nicht "auf andere" (den ÖPNV und die damit verbundenen "Risiken") angewiesen ist.
Zitieren
#6
(24. 10. 2011, 20:52)noname schrieb: Für die Preisrechnung gibt es verschiedene Auffassungen. Ich habe z. B. mal gelesen, dass bei kurzen Fahrten es vollkommen ausreicht, dass wirklich nur die Spritkosten berechnet und Sachen wie Verschleiß und Wertverlust außen vorgelassen werden.

Das gilt für solche Fahrten, die wahlweise mit dem Pkw oder dem ÖPNV durchgeführt werden können, wenn der Pkw schon vorhanden ist und auf den auch nicht verzichtet werden kann. Dann muß nämlich die Abschreibung und Wartung auf die "muß"-km umgelegt werden, nicht auf die zusätzlichen.
Zitieren
#7
Genau so denke ich auch, weil es einen Sinn macht.
Grüße FJK DT 8.S

Zitieren
#8
(24. 10. 2011, 20:52)noname schrieb: Für die Preisrechnung gibt es verschiedene Auffassungen. Ich habe z. B. mal gelesen, dass bei kurzen Fahrten es vollkommen ausreicht, dass wirklich nur die Spritkosten berechnet und Sachen wie Verschleiß und Wertverlust außen vorgelassen werden.

Du weißt aber schon, daß gerade der Kurzstreckenbetrieb für ein Auto die belastendste Betriebsart ist mit dem größten Verschleiß/ Verbrauch?
Bei den heutigen langen Wartungsintervallen ist es ohnehin eine Milchmädchenrechnung, denn man geht entweder bei erreichter Kilometergrenze ODER nach einem festen Zeitschema zur Inspektion.

Zitieren
#9
Das hat dt8.de doch schon erklärt: Es geht unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn diese erfüllt sind, werden nur die Spritkosten berechnet, kein Verschleiß usw. Wie gesagt, ich habe das auch schon mal irgendwo gelesen. Nur leider fehlt mir gerade der Fachbegriff dazu, sonst würde ich dir weitere Quellen liefern...
Zitieren
#10
(26. 10. 2011, 22:54)noname schrieb: Das hat dt8.de doch schon erklärt: Es geht unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn diese erfüllt sind, werden nur die Spritkosten berechnet, kein Verschleiß usw. Wie gesagt, ich habe das auch schon mal irgendwo gelesen. Nur leider fehlt mir gerade der Fachbegriff dazu, sonst würde ich dir weitere Quellen liefern...

Grenzkosten bzw. Grenzkostenrechnung (im Gegensatz zur Vollkostenrechnung)

Ein nettes (reales) Beispiel, was passiert, wenn man damit nicht umgehen kann:

Eine Privatbahn fährt für einen Kunden einen Güterzug von A nach B. Die Rückleistung von B nach A erfolgt leer. Nun fragt der Kunde nach dem Preis an, auch die Rückleistung von B nach A zu nutzen. Die Bahn nennt denselben Preis wie für die Leistung von A nach B. Kunde lehnt ab.

Was hat die Prvatbahn wohl falsch gemacht?

(und hat bei allen Mitarbeitern dazu geführt, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen)

Und ja: mein Pkw geht nach Zeit in die Inspektion, nicht nach km-Leistung.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste