Beiträge: 947
Themen: 8
Registriert seit: 02 / 2014
Alt-Schmöckwitz schrieb:Kann man so sehen.
Ich erwidere aber, dass Städte - ich nehme mal als Beispiel Bochum, wo ich mich sehr gut auskenne - mit diesem Mischsystem auch Vorteile haben.
Naja, Bochum und Dortmund haben den Umbau zur Stadtbahn immerhin so umgesetzt, dass sich Stadt- und Straßenbahn nicht gegenseitig in die Quere kommen. Inwiefern der Betrieb zweier zueinander inkompatibler Systeme statt einem einheitlichen Netz (z. B. einer Meterspurtram mit möglichst viel unabhängigem Bahnkörper) aber vorteilhaft sein soll, kann ich beim besten Willen nicht erkennen.
Schöne Beispiele für die Verkorkstheit der "Stadtbahn Rhein-Ruhr" gibt es ja auch zur Genüge: In Düsseldorf und Köln ist vollständige Barrierefreiheit bei der Stadtbahn kaum erreichbar, dank gemeinsamem Verkehr mit Niederflurlinien auf derselben Strecke. Die Essener Stadtbahn hat drei Südäste, aber nur einen Nordast. Essen-Bredeney war mangels Tiefbahnsteigen bis vor wenigen Jahren nicht mit barrierefreien Fahrzeugen erreichbar. Duisburg bekam eine viergleisige Stammstrecke, auf der nur drei Linien fahren.
Alt-Schmöckwitz schrieb:Für den Fahrgast ergeben sich keine Nachteile in Bochum[...]
Aber für die Betriebsführung. Der Betrieb zweier voneinander unabhängiger Bahnsysteme ist nunmal teurer und aufwendiger: Zwei Werkstätten, zwei inkompatible Fuhrparks, völlig verschiedene Ersatzteile...
Alt-Schmöckwitz schrieb:Stuttgart hat nun Hochbahnsteige überall. Die verschandeln teilweise das Stadtbild (U15!).
Und die Linien 8 und 10 gibts nicht mehr ...
Und das wäre beim B-Wagen anders gewesen?
Beiträge: 561
Themen: 20
Registriert seit: 07 / 2007
Ich hätte die Straßenbahn gar nicht abgeschafft ...
Der Vorschlag des OB-Kandidaten Palmer (2004) sah übrigens genau dies vor.
Ein ergänzendes Niederflur-Straßenbahnnetz.
Dann hätten wir die Linie 15 lassen können, wir hätten die Äste zur Doggenburg und vor allem die Linie 8 wieder aufbauen können u.v.m.
Aber egal, es ist ja entschieden.
Aber wie intolerant hier einige auftreten ("es ist schon 10 mal durchgekaut" usw.), ist wirklich spannend.
Man kann es auch zum elften Mal ansprechen.
Hier ist ein Forum zum Austausch und jeder entscheidet selbst, was er ansprechen möchte.
Man nennt dies Meinungsfreiheit.
Tram 68 S-Bhf Köpenick - Alt-Schmöckwitz
Beiträge: 153
Themen: 0
Registriert seit: 07 / 2024
08. 01. 2026, 12:44
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08. 01. 2026, 12:58 von ET450.)
(08. 01. 2026, 07:36)Alt-Schmöckwitz schrieb: Aber wie intolerant hier einige auftreten ("es ist schon 10 mal durchgekaut" usw.), ist wirklich spannend.
Man kann es auch zum elften Mal ansprechen.
Hier ist ein Forum zum Austausch und jeder entscheidet selbst, was er ansprechen möchte.
Man nennt dies Meinungsfreiheit.
Ich spreche dir nicht deine Meinung ab, sondern weiße dich darauf hin dass es meiner Meinung (die ich genauso kundtun darf wie du) einfach nichts bringt dieselbe Diskussion wieder und wieder anzufangen. Du hast deine Meinung und die Argumente dafür, das ist völlig okay. Aber du stellst es oft als Fakt hin dass es die einzig Richtige ist (bspw "Die
falsche Entscheidung für den A-Wagen rächt sich bitter.") und wiederholst dich dabei immer und immer wieder, was ich einfach ansprechen wollte...
Beiträge: 665
Themen: 6
Registriert seit: 07 / 2008
(08. 01. 2026, 07:36)Alt-Schmöckwitz schrieb: Aber wie intolerant hier einige auftreten ("es ist schon 10 mal durchgekaut" usw.), ist wirklich spannend.
Man kann es auch zum elften Mal ansprechen.
Hier ist ein Forum zum Austausch und jeder entscheidet selbst, was er ansprechen möchte.
Man nennt dies Meinungsfreiheit.
Man muss halt auch akzeptieren dass andere keine Lust auf die immer gleiche Diskussion haben, besonders wenn man anfängt "rumzuschreien". (Worte/Sätze komplett in Großbuchstaben und Sätze mit mehreren Ausrufezeichen werden von vielen Benutzern als sehr unhöflich empfunden)
Beiträge: 656
Themen: 6
Registriert seit: 06 / 2018
Der Abbruch des Hochflur-Stadtbahn-Ausbauprojekte in vielen deutschen Städten ist mit einem Wort zu Umschreiben: Ideologie. Es zeigt sich doch häufig ein Zusammenhang mit neuen Ratsmehrheiten und deren Bedürfnis sich von der Vorhergegangen abzuheben. Für den Betrieb und ganz am Ende auch für den Fahrgast halte ich viele dieser Entscheidungen im Nachhinein für Problematisch. Die, meiner Meinung nach, aus Fahrgastsicht schlechtesten Betriebe (unkomfortable, unzuverlässig, ungepflegt) kämpfen alle mit mehreren Systemen...Duisburg, Köln und Düsseldorf.
Durch Mischsysteme ergeben sich unzählige Nachteile. Die Wartungseinrichtungen die man für Niederflur-Fahrzeuge benötigt, unterscheiden sich fundamental, so werden separate Werkstattbereiche benötigt. Das bedeutet es braucht mehr Platz und kostet mehr.
Auch bei der Ersatzteilhaltung ergibt sich ein erhöhter Aufwand. Bislang gelingt es in den wenigsten Fällen dort Synergien zu haben. Bochum ist das einzige mir bekannte Beispiel, wo zwischen den Tangos und den Variobahnen diverse Gleichteile existieren (z.B. Türen). Dazu abgesehen sind, trotz aller technischer Entwicklung in den vergangen 30 Jahren, Hochflurfahrzeuge im Bezug auf Wartung, Verschleiß, Komfort usw. nach wie vor das non-plus-ultra.
Schließlich bräuchte es, bei zwei inkopatiblen Systemen, auch auf der Infrastrukturseite Mehraufwände. Dies ist jedem Stuttgarter aus der 30 Jahre dauernden Umstellungszeit sicher wohl bekannt, weswegen ich es hier nicht weiter ausführen werde.
Politische Entscheidungen bei Infrastrukturthemen sind keine Eintagsfliegen, man muss auch an ihnen festhalten, um die Früchte ernten zu können. In Stuttgart hat dies 30 Jahre gedauert. Heute haben wir eines der besten, komfortabelsten und zuverlässigsten Bahnsysteme. Auch in Hannover und Bielefeld hat es gut geklappt, weil man das gesamte System umgestellt hat.
Fährt ab auf GT4, DoT4, O307 und co.
Der offizielle SHB-Blog:
shb-ev.com
Beiträge: 277
Themen: 1
Registriert seit: 01 / 2018
Hannover hat aber auch das Problem das es immernoch viele Haltestellen ohne Hochbahnsteige gibt.