03. 02. 2026, 07:35
(03. 02. 2026, 01:47)WN 26 schrieb: Wenn das von Anfang an so geplant war, halte ich das für einen klaren Fall von Schwabenstreich.
Und gerade durch die jetzige Situation, daß ein Wartungsverkehr nach Offenburg stattfinden soll, wäre es wohl an der Zeit, dahingehend weiter zu planen.
Es ist ja gar nicht einmal gesagt, daß deswegen auch der alte Calwer Bahnhof für den Personenverkehr reaktiviert werden muß, er liegt ja in der Tat ewas abseitig, würde allenfalls noch eine etwas komfortablere Umsteigemöglichkeit zur Nagoldtalbahn bieten, aber das ginge dann natürlich auch in Bad Teinach / Neubulach. Mein Hauptkritikpunkt ist, daß ich mir unter einem zukunftsfähigen Bahn-Netz eben doch etwas anderes vorstelle als eine Kumulation von mehr oder weniger insularen Stichstrecken. Als Fernziel hätte ich einen RE / MEX Stuttgart - Calw - Nagold (oder noch weiter) der jetzt angestrebten S-Bahnlösung ohnehin vorgezogen, da ich von überlangen S-Bahnlinien mit großer Haltestellendichte und somit auch Verspätungsanfälligkeit, aber ohne WCs, eigentlich nicht viel halte. Das ist dann einfach nicht mehr das passende Format.
"Hermann-Hesse-Bahn" mag ja marketingtechnisch gut klingen, ähnlich wie "Kulturbahn", hätte aber vor allem erst einmal der Arbeitstitel für die vollständige Wiederinstandsetzung der bestehenden Strecke sein sollen, die dann wieder freizügig für ein bestmöglich zugeschnittenes Verkehrsangebot zwischen Stuttgart und dem gesamten nördlichen Schwarzwald zur Verfügung gestanden hätte.
Jetzt hat man die doch etwas absurde Situation, regelmäßig einen großen Umweg fahren zu müssen, gleichzeitig eine eigentlich unnütze und mehr oder weniger baufällige Brücke zu haben, die man zwar aus Denkmalschutzgründen (vorerst) nicht abreißen darf, wohl aber weiterhin laufend untersuchen muß. Eine konkrete Reaktivierungsabsicht würde, wenn eine Sanierung der Brücke nicht mehr möglich ist, wohl wenigstens eine verträgliche Nachfolgelösung erlauben, so wie ja auch schon in Heumaden. Ohne eine allfällige Nutzen / Kosten-Analyse vorweg nehmen zu wollen, aber momentan scheint es wohl vor allem so zu sein, daß ein etwaiger Mehrwert des Lückenschlusses von den erwarteten Baukosten wieder aufgefressen würde.
Der Prellbock selber ist wohl das kleinste Problem, der wurde ja seinerzeit auch in Weil der Stadt mitten aufs Gleis gepflanzt, konnte dann aber auch mühelos wieder entfernt werden, als kein Grund mehr für die Sperrung der weiterführenden Strecke gegeben war.
Dafür gibt es Machbarkeitsstudien, Verkehrsuntersuchungen und co. Und die scheinen zu dem Ergebnis gekommen zu sein dass die Verbindung weiter in Richtung Nagold eben nicht so bedeutend ist wie du meinst. Natürlich wäre ein Lückenschluss wünschenswert, da aber mehr als nur 1-2 Weichen dafür nötig gewesen wären, eben auch dementsprechend mit höheren Kosten verbunden, die dann wieder einen positiven Kosten-Nutzen-Faktor gefährdet hätten. Und dann hab ich lieber eine, aus deiner Sicht "nutzlose", Stichstrecke, als dass die Strecke immernoch ungenutzt vergammelt...