03. 02. 2026, 01:47
(02. 02. 2026, 10:55)MarcoSTR schrieb: Der Lückenschluss ist zwar möglich, mit dem Bau einer neuen Brücke bietet aber aktuell keinen Mehrwert.
Die jetzige Endhaltestelle ist viel näher am Ortszentrum, das gleiche gilt für die Nagoldtalbahn, weswegen auch deren Halt nicht mehr am alten Bahnhof von Calw liegt.
Bei der Planung damals war noch nicht klar das die Fahrzeug nach Offenburg in die Wartung müssen, das wäre jetzt der einzige Vorteil, so fährt man jetzt halt über Stuttgart-Karlsruhe.
Wenn das von Anfang an so geplant war, halte ich das für einen klaren Fall von Schwabenstreich.
Und gerade durch die jetzige Situation, daß ein Wartungsverkehr nach Offenburg stattfinden soll, wäre es wohl an der Zeit, dahingehend weiter zu planen.
Es ist ja gar nicht einmal gesagt, daß deswegen auch der alte Calwer Bahnhof für den Personenverkehr reaktiviert werden muß, er liegt ja in der Tat ewas abseitig, würde allenfalls noch eine etwas komfortablere Umsteigemöglichkeit zur Nagoldtalbahn bieten, aber das ginge dann natürlich auch in Bad Teinach / Neubulach. Mein Hauptkritikpunkt ist, daß ich mir unter einem zukunftsfähigen Bahn-Netz eben doch etwas anderes vorstelle als eine Kumulation von mehr oder weniger insularen Stichstrecken. Als Fernziel hätte ich einen RE / MEX Stuttgart - Calw - Nagold (oder noch weiter) der jetzt angestrebten S-Bahnlösung ohnehin vorgezogen, da ich von überlangen S-Bahnlinien mit großer Haltestellendichte und somit auch Verspätungsanfälligkeit, aber ohne WCs, eigentlich nicht viel halte. Das ist dann einfach nicht mehr das passende Format.
"Hermann-Hesse-Bahn" mag ja marketingtechnisch gut klingen, ähnlich wie "Kulturbahn", hätte aber vor allem erst einmal der Arbeitstitel für die vollständige Wiederinstandsetzung der bestehenden Strecke sein sollen, die dann wieder freizügig für ein bestmöglich zugeschnittenes Verkehrsangebot zwischen Stuttgart und dem gesamten nördlichen Schwarzwald zur Verfügung gestanden hätte.
Jetzt hat man die doch etwas absurde Situation, regelmäßig einen großen Umweg fahren zu müssen, gleichzeitig eine eigentlich unnütze und mehr oder weniger baufällige Brücke zu haben, die man zwar aus Denkmalschutzgründen (vorerst) nicht abreißen darf, wohl aber weiterhin laufend untersuchen muß. Eine konkrete Reaktivierungsabsicht würde, wenn eine Sanierung der Brücke nicht mehr möglich ist, wohl wenigstens eine verträgliche Nachfolgelösung erlauben, so wie ja auch schon in Heumaden. Ohne eine allfällige Nutzen / Kosten-Analyse vorweg nehmen zu wollen, aber momentan scheint es wohl vor allem so zu sein, daß ein etwaiger Mehrwert des Lückenschlusses von den erwarteten Baukosten wieder aufgefressen würde.
Der Prellbock selber ist wohl das kleinste Problem, der wurde ja seinerzeit auch in Weil der Stadt mitten aufs Gleis gepflanzt, konnte dann aber auch mühelos wieder entfernt werden, als kein Grund mehr für die Sperrung der weiterführenden Strecke gegeben war.
...im Übrigen bin ich der Meinung, daß die U15 in die Nordbahnhof- und Friedhofstraße gehört! (frei nach Marcus Porcius Cato d.Ä.)