21. 07. 2010, 10:46
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21. 07. 2010, 10:54 von Andy0711.)
(20. 07. 2010, 16:09)SSB-TOM schrieb: "Das" ist übrigens ein Artikel und steht demnach immer in Beziehung zu einem anderen Wort (z.B. das Boot, das Haus), während "dass" als Bindewort anzusehen ist. Bindewörter können Nebensätze einleiten oder verbinden, wobei dann immer zuvor ein Komma steht.Das finde ich ein schönes Beispiel für die "Eindeutigkeit" der Sprache, denn worauf bezieht sich "wobei"?
Falsch ist der Satz, wenn sich wobei auf den ganzen Hauptsatz bezieht:
(Bindewörter können Nebensätze einleiten oder verbinden), wobei dann immer zuvor ein Komma steht.
Richtiger ist der Satz, wenn er sich auf den Teilsatz nach "oder" bezieht:
Bindewörter können Nebensätze einleiten oder (verbinden), wobei dann immer zuvor ein Komma steht.
Wobei natürlich damit "als daß" noch nicht abgehandelt ist. Aber dieses war bestimmt irgendwann auch mal "schlechtes Deutsch"/Dialekt und hat nur im Laufe eines Jahrhunderts Aufnahme in die Norm gefunden. Rein sprachlich stellt sich die Frage, ob "als daß" nicht eine eigene Konstruktion ist und als eigenes Lebewesen anzusehen ist. Nur weil wir in unserer Sprache nahezu alles zusammenschreiben, heißt es noch lange nicht, dass nicht auch zwei Wörter eine unzertrennbare Einheit bilden können, die man eigentlich als ein bzw. ein eigenes Wort behandeln müsste.
Bei Personaleinstellungen aus Arbeitgebersicht (von Chefs/Abteilungsleitern) habe ich oft genug mitbekommen, dass man (je nach Voraussetzungen) nur die Wahl des geringeren Übels oder sogar nur zwischen Pest und Cholera hat. Häufig sind die anderen Qualifikationen einfach um soviel wichtiger oder der Personalmarkt so dünn, dass man froh sein muss, dass man überhaupt jemanden findet, der in etwa das Gesuchte kann. Da verliert die Rechtschreibung (entgegen meiner "Erziehung") dann sehr schnell an Priorität.
Ich persönlich halte mich an die (neue) "Microsoft"-Rechtschreibung, die sicher auch einiges falsch macht, aber sich durch tägliche Benutzung leicht einprägt und durchaus lesbar ist. Allerdings schreibe ich auch nicht so viel, so dass trotzdem stellenweise wieder die alte Rechtschreibung durchkommt.
Letztlich geht's doch darum, dass man sich eindeutig ausdrücken kann und andere es (vorzugsweise einfach) lesen können. In vielen anderen Sprachen gibt es ja auch nicht "die Rechtschreibung" - und siehe: es geht auch ohne. In diesem Bereich übertreiben wir Deutschen etwas - mal wieder aufgrund unserer Vergangenheit (18./19. Jahrhundert?). Allerdings finde ich nicht, dass die "Regelung Rechtschreibung" an sich schlecht ist, sondern die Vehemenz, mit der viele versuchen, sie durchzuprügeln. Als ob das jemals was gebracht hätte - die einzige Konstante ist: Sprachen ändern sich, weil sie leben.
Edit: ein paar Tippfehler/Großschreibungsfehler beseitigt; den Rest könnt Ihr bei Ebay versteigern - ich habe jetzt lange genug getippt ;-)
War das eigentlich jetzt ein me2-Posting? Ne, wohl doch zu lange dafür. Ähm, worum ging's hier nochmal - ah ja ... $50m-Rebuilt ...