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Eine ganz große Unverschämtheit! - Druckversion

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Eine ganz große Unverschämtheit! - moduni - 17. 03. 2011

Am Montagmorgen wartete ich in Rohr auf meine S-Bahn in Richtung Innenstadt. Es fuhr dann auf dem anderen Bahnsteig die S2 nach Filderstadt ein und kam zum Stehen. Knapp 20 Sekunden später kam die S1 Richtung Plochingen/Kirchheim zum Stillstand und ich dachte mir in dem Moment, dass der Zugführer der S2 zum Flughafen sicher auf die Anschlussreisenden der S1 warten wird. Nichts da!!
Die Türen der S1 gingen gerade auf, als der Zugführer der S2 "Bitte zurückbleiben!" ins Mikro sprach. Die aus der S1 hetzenden Menschen mit Koffern schauten dann ganz schön blöd, als die S2 vor ihrer Nase einfach weiterfuhr, ohne auf sie zu warten. Das war in meinen Augen eine bodenlose Frechheit des Zugführers der S2! Oder habe ich mal wieder keine Ahnung?!?
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RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - henchen2410 - 17. 03. 2011

Mal ganz neutral zitiere ich einen Satz aus einigen Fahrplanmedien:

"S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet"

Normal treffen sich S1 und S2 ja in Vaihingen, da muss die S1 schon ordentlich Verspätung gehabt haben (>3-4 min).

Grüßle
henchen2410



RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - horsti0711 - 17. 03. 2011

Wenn in der Hauptverkehrszeit jede S-Bahn auf Anschlussfahrgäste von irgendwoher warten würde, bräuchte man überhaupt keinen Fahrplan mehr.
Ich erlebe es oft im Hbf tief, wenn sich einer in die Lichtschrank stellt und somit die Türen blockiert, dass Fahrgäste von einer gegenüber einfahrenden S-Bahn noch mitkommen. Das gibt dann ganz schnell einen Rückstau auf der Stammstrecke, dort fährt im Schnitt alle 2,5 Minuten ein Zug.
Dieses Türenblockieren führt dann ganz schnell zu einer Kettenreaktion, sodass alle nachfolgenden S-Bahnen dann ein paar Minuten Verspätung haben.

Neulich haben Fahrgäste im RE von Stuttgart nach Heidelberg 7 Minuten lang die Türen blockiert. Trotz Aufforderung des Lokführers, die Türen frei zumachen, blockierten zwei Jungs die Türen weiterhin, da noch ein Kumpel käme, der die S-Bahn verpasst hat und deshalb später kommt. Das Lustige war dann, dass sich genau diese Gruppe Jugendlicher in Mühlacker beim Lokführer über die Verspätung beklagte, da die Stadtbahn nach Karlsruhe nicht mehr erreicht wurde.


RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - DasBa - 17. 03. 2011

Grundsätzlich gilt, was henchen2410 schon gesagt hat: S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet.
Alles andere würde gerade auf den hochbelasteten Abschnitten mit einem 5-Min.-Takt in der Hauptverkehrszeit auch den Fahrplan zu leicht ins Wanken bringen. Auf er anderen Seite habe ich es selbst schon erlebt, dass die Aufsicht am Hbf die Fahrer der S-Bahnen zum Abwarten des Anschlusses "über Eck" (also von Bad Cannstatt nach Nordbahnhof und umgekehrt) über die Lautsprecher am Bahnsteig auffordert. Folglich scheinen die paar Sekunden drin zu sein.
Die von dir beschriebene Situation ist natürlich dumm gelaufen, zumal es bei der S2 trotz der Busanschlüsse in Filderstadt egal ist, ob sie eine halbe Minute früher oder später abfährt. Ich denke allerdings nicht, dass es der Lokführer absichtlich darauf angelegt hat. Das kann auch klassische Betriebsblindheit gewesen sein. Das Abwarten des Anschlusses in Rohr habe ich selber jedenfalls schon miterlebt. Wobei ich nicht weiß, ob es eine Anweisung dazu gab, oder ob der Lokführer des Zuges zum Flughafen einfach ein paar Sekunden länger in der Station stehengeblieben ist, ohne groß Rücksprach mit der Leitstelle zu halten. Besonders aufmerksame Lokführer machen dann noch eine Durchsage im Stile von "Dieser Zug fährt über Flughafen und Messe nach Filderstadt." damit die Leute nicht lange auf die Anzeigen schauen müssen.


RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - Sebastian - 17. 03. 2011

Ist die S2 denn überhaupt pünktlich abgefahren oder war die schon verspätet? (was bei "Montagmorgen" und aus der Innenstadt kommend meine Vermutung wäre)

Im übrigen bin ich mir nicht sicher ob eine halbe Minute Wartezeit trotz "gleichem Bahnsteig gegenüber" bei Flughafenumsteigern mit Gepäck wirklich ausreicht.

Und dann bekommt die Bahn ja für verspätete Züge weniger Geld, das vergrößert den Anreiz auf verspätete Züge zu warten (und damit evtl. einen weiteren Zug zu verspäten) für die Bahn auch nicht wirklich...


RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - Mario - 18. 03. 2011

Ich bin der Meinung, die S2 hätte warten sollen, mehr als 15 Sekunden wären es kaum gewesen. Die dadurch entstehende Fahrplanabweichung bezieht sich dann ja auch nur noch auf einen relativ kleinen Streckenabschnitt Rohr-Filderstadt. Wann ist dann eigentlich der Folgezug (S3) Richtung Flughafen fahrplanmäßig gekommen, nach 10 oder 20 Minuten? Im letzteren Fall eine Zumutung.


RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - Andy0711 - 18. 03. 2011

(18. 03. 2011, 09:26)Mario schrieb: Ich bin der Meinung, die S2 hätte warten sollen, mehr als 15 Sekunden wären es kaum gewesen. Die dadurch entstehende Fahrplanabweichung bezieht sich dann ja auch nur noch auf einen relativ kleinen Streckenabschnit Rohr-Filderstadt.
Das hängt davon ab, wieviel Verspätung sie schon hatte. Die Wendezeiten sind nicht gerade großzügig und in der Gegenrichtung überträgt sich das ggf. auf alle Linien. (Die S3 müsste 20 Minuten nach der S2 kommen.)

15 Sekunden halte ich im Ürigen auch für zu wenig mit Koffern, Abstellen derselben (um die Tür zu öffnen), aufheben und einsteigen. Zwischen Erreichen des Bahnsteigs und Öffnen der Türen dürften auch 15-20 Sekunden liegen, auch wenn das hier laut Beitrag nicht zum Tragen kommt. Wer seinen Flug so knapp plant, dass er mit einem nicht geglückten (und offensichtlich knappen) S-Bahn-Anschluß ein Problem hat, dem kann man wohl eh nicht mehr helfen: erschwerend kommt hinzu, dass die empfohlenen Zeiten eh großzügiger sind als unbedingt notwendig. (Im Übrigen denke ich nicht, dass es Absicht gewesen ist.)


RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - DasBa - 18. 03. 2011

(18. 03. 2011, 10:12)Andy0711 schrieb: 15 Sekunden halte ich im Ürigen auch für zu wenig mit Koffern, Abstellen derselben (um die Tür zu öffnen), aufheben und einsteigen. Zwischen Erreichen des Bahnsteigs und Öffnen der Türen dürften auch 15-20 Sekunden liegen, auch wenn das hier laut Beitrag nicht zum Tragen kommt.
Wenn es wirklich so war, dass die Türen der S2 geschlossen wurden, kurz nachdem sich die der S1 geöffnet hatten dann wäre durch das abwarten des Anschlusses wiklich keine nennenswerte Verzögerung entstanden. Eine halbe Minute reicht da wirklich locker, selbst mit Gepäck. Im Zweifel einfach mal spaßeshalber mit der Stoppuhr messen, wie "lange" 30 Sekunden sein können.


RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - metalhead - 18. 03. 2011

(18. 03. 2011, 09:26)Mario schrieb: Ich bin der Meinung, die S2 hätte warten sollen, mehr als 15 Sekunden wären es kaum gewesen. Die dadurch entstehende Fahrplanabweichung bezieht sich dann ja auch nur noch auf einen relativ kleinen Streckenabschnitt Rohr-Filderstadt. Wann ist dann eigentlich der Folgezug (S3) Richtung Flughafen fahrplanmäßig gekommen, nach 10 oder 20 Minuten? Im letzteren Fall eine Zumutung.

"Montagmorgen" hört sich für mich nach HVZ an und da kommt die S3 Richtung Flughafen 5 min nach der S2! Und sollte dies wirklich der Fall sein, gibt es wirklich keinen Grund deswegen rumzumeckern.


RE: Eine ganz große Unverschämtheit! - henchen2410 - 18. 03. 2011

(18. 03. 2011, 15:24)metalhead schrieb: "Montagmorgen" hört sich für mich nach HVZ an und da kommt die S3 Richtung Flughafen 5 min nach der S2! Und sollte dies wirklich der Fall sein, gibt es wirklich keinen Grund deswegen rumzumeckern.

Die nachfolgende S3 endet in Vaihingen. S2 und S3 fahren nur zwischen Schorndorf/Backnang und Vaihingen im 15-Min-Takt.

Grüßle
henchen2410