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Ökostromanbieter in Stuttgart
#1
Hallo zusammen,

Ich würde gerne meinen Stromanbieter wechseln, und zwar habe ich mit gedacht es mit einem Ökostromanbieter zu versuchen.Wer kann mir also einen guten und günstigen Ökostrom- und Erdgasanbieter in Stuttgart nennen?

LG
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#2
Bei Gas kann ich mangels Erfahrung nicht helfen, beim Strom kommt es darauf an, ob Du echten Ökostrom willst (da gibt es IIRC nur vier Anbieter), oder ob auch einer in Frage kommt, der seinen Strom mit Zertifikaten "sauberwäscht".

Dabei sollte man sich aber bewusst sein, daß das im Endeffekt wie ein großer See ist, wo oben viele Anbieter Strom hineinkippen und unten viele Verbraucher Strom abzapfen. Da kann man nicht wirklich sagen, wessen Strom man tatsächlich erhält. In Folge dessen muß man sich auch genau anschauen, was einem als Ökostrom verkauft wird.
Ein Anbieter, der z.B. Strom von einem bestehenden Wasserkraftwerk einkauft (oder gar nur Zertifikate einkauft) und an seine Kunden als Ökostrom weiterverkauft, der betreibt meiner Meinung nach nur Augenwischerei, denn die Strommenge des Wasserkraftwerks war schon vorher im Netz und wurde nur von einem anderen Anbieter als normaler Strommix verkauft. Dessen Kunden erhalten anschließend eben einen etwas höheren Anteil nicht-regenerativen Stroms. Halt also für die Umwelt nichts gebracht, aber für den Stromanbieter mehr Einnahmen durch Ökostrom.

Daher sollte man, will man "echten" Ökostrom, nur Anbieter wählen, die die Strommenge des neuen Kunden tatsächlich als zusätzliche neue Kraftwerksleistung regenerativer Energie in das Netz einspeisen. Solche Anbieter gibt es, und selbst deren Strompreise liegen unter denen der EnBW.
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#3
Hallole,

wenn Du wirklich "echten" Ökostrm willst, musst du den dir selber machen.

Der Strom in Stuttgart kommt z.B. IMMER von der EnBW, egal, von welchem Betreiber Du Du die Rechnung bekommst.
Die ganze Sache mit Durchleitung, etc. ist sau kompliziert, und es hängt alles miteinander zusammen.

Grüßle
AFu
[Bild: 3320-Front-DSO.jpg]
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Stuttgarts Straßen- und Stadtbahnlinien im Internet:
http://www.ssb-linien.de
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#4
(27. 02. 2014, 01:09)AFu schrieb: wenn Du wirklich "echten" Ökostrm willst, musst du den dir selber machen.

Auch nicht richtig: wenn Du selber Strom erzeugst, speist Du den ins Netz ein, denn autark vom Netz Strom erzeugen ist nicht praktikabel. Außer Du willst ohne Strom sein, wenn die Eigenerzeugung mal nicht genug liefert.

Abgesehen davon muß man sich sowieso von dem Gedanken von Strom als greifbare Ware verabschieden. Selbst das Beispiel des Sees, wo oben viele Anbieter Wasser hineinschütten und unten die Verbraucher das Wasser entnehmen ist nicht richtig. Könnte man in dem Beispiel noch einzelne Wassermoleküle gedanklich verfolgen und tatsächlich feststellen, wer das Molekül erhält, und dann feststellen, daß man tatsächlich nicht das Molekül seines Anbieters erhält, so ist das bei (Wechsel-)Strom gar nicht mehr möglich.
Bei Wechselstrom hat man nur noch Elektronen, die mit 50 Hz mehr oder weniger an derselben Stelle im Kabel hin- und herschwingen. Somit hat man keinen greifbaren Strom irgendeines Anbieters, sondern nur noch ein Wechselfeld, welches die gekaufte Energie eines Anbieters überträgt. Das lässt sich nicht mehr auf die Einspeisung eines bestimmten Anbieters zurückverfolgen.

Insoweit kann es schon Sinn machen, Ökostrom zu kaufen, *wenn dieser vom Anbieter dann zusätzlich* in das Netz eingespeist wird. Aber nur dann.

(27. 02. 2014, 01:09)AFu schrieb: Der Strom in Stuttgart kommt z.B. IMMER von der EnBW, egal, von welchem Betreiber Du Du die Rechnung bekommst.

Von der EnBW als Netzbetreiber. Diese erzeugt aber keinen Strom. Die Rechnung erhält man von einem Anbieter, nicht von einem Betreiber.

(27. 02. 2014, 01:09)AFu schrieb: Die ganze Sache mit Durchleitung, etc. ist sau kompliziert, und es hängt alles miteinander zusammen.

Genau. Und warum stellst Du es dann nicht dar? Der Strom in Stuttgart kommt nicht von "der" EnBW, denn es gibt da mehrere EnBW-Tochterfirmen.

Eine Tochter betreibt die Leitungsnetze als Netzbetreiber. Diese stellt aber keine Rechnungen an Kunden und erzeugt auch keinen Strom selber. Diese stellt nur die Leitungen zur Verfügung und achtet auf die Netzstabilität. Das ist der Leitungsnetzbetreiber. Ab 2016 wird das noch komplizierter, da ab 2016 nochmal zwischen Eigentümer und Betreiber des Stuttgarter Netzes unterschieden werden muß.
Aus technischen Gründen liegt hier ein Monopol vor, denn es gibt nur ein Netz.

Die Einspeisung in das Netz übernehmen verschiedene Kraftwerke, die verschiedenen Kraftwerksbetreibern gehören. Darunter auch verschiedene Kraftwerkstöchter der EnBW, aber auch welche, die nicht der EnBW gehören.
Von diesen Kraftwerksbetreibern kaufen die Stromanbieter dann wieder ihren Strom ein, den die die Kraftwerksbetreiber dann in den von den Stromanbietern gekauften Mengen in das Netz einspeisen. Die Rechnung erhält der Endkunde vom Stromanbieter.
Und in welcher Art von Kraftwerk der Stromanbieter einkauft kann für den Verbraucher schon relevant sein.

Selbst Dein Strom ist nicht von der EnBW erzeugt (auch wenn die so tut), sondern in unserem Fall von der Neckar AG (die nur zu 82% der EnBW gehört). Die Energieeinspeisung für Hofen dürfte vollständig vom Neckar AG-Wasserkraftwerk an der Schleuse gedeckt werden.
War vor ein paar Wochen gut zu merken, als wegen eines Schaltfehlers(?) für einen Moment in ziemlich großen Teilen Stuttgarts das Netz "wackelte". An dem Tag habe ich zufällig vom Home-Office aus gearbeitet, alle Verbindungen waren weg, selbst die Firma war kurz weg, aber bei mir zuhause war nicht zu merken, weil das Kraftwerk das als Puffer abgefangen hatte.
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#5
Hallo zusammen,

Vielen lieben dank für die ganzen Antworten und die vielen Tipps....

Nach langem grübeln habe ich mich schlussendlich für die hier https://www.wemio.de/app/vip/staedte/stu...index.html Entschieden. Muss aber gestehen das mir bei der Entscheidung mein Onkel sehr weitergeholfen hat, er bezieht gerade seine neue Wohnung und da musste er auch zu einem neun Stromanbieter wechseln. Das Angebot scheint sehr verlockend zu sein, aber das werden wir nach dem ersten Monat schon sehen. Der Strom wird ab April fliesen. Bevor ich aber den neuen bekomme muss ich noch dem alten Anbieter kündigen. Das wird auch so im April geschehen.....
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#6
Soweit es mich betrifft: ich habe mich für den für mich billigsten Stromanbieter entschieden. Kein Öko-Strom. Ich bin der Meinung, am besten zum Gelingen der Energiewende trage ich bei wenn ich den Stromverbrauch so gut es geht in Schwachlastzeiten lege. Klar, das Licht schalte ich ein wenn es dunkel ist und ich sehe fern wenn ich Zeit habe. Aber Waschmaschine und Co können genausogut Sonntag früh um 7 laufen, bzw. wenn ich mal wach bin auch nachts.

Auch der durch Ökostromvertrag zusätzlich erzeugte Strom müsste erstmal über die noch zu errichtende Stromautobahn zu mir geleitet werden. Oder mit dem noch zu errichtenden Pumpspeicherkraftwerk im Schwarzwald gespeichert werden. Insofern sind Ökostromtarife meiner Meinung nach nur ein Mittel um den Gutgläubigen ein gutes Gewissen zu verkaufen (überspitzt formuliert). Die Energiewende muss *politisch* auf den Weg gebracht werden.
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#7
(02. 03. 2014, 14:20)A streetcar named desire schrieb: Soweit es mich betrifft: ich habe mich für den für mich billigsten Stromanbieter entschieden. Kein Öko-Strom. Ich bin der Meinung, am besten zum Gelingen der Energiewende trage ich bei wenn ich den Stromverbrauch so gut es geht in Schwachlastzeiten lege. Klar, das Licht schalte ich ein wenn es dunkel ist und ich sehe fern wenn ich Zeit habe. Aber Waschmaschine und Co können genausogut Sonntag früh um 7 laufen, bzw. wenn ich mal wach bin auch nachts.

Jein. Energiesparen ist unstrittig natürlich richtig. Es trägt aber nicht ohne weiteres zur Enegiewende bei, denn wenn Kraftwerke abgeschaltet werden sollten, dann werden zuerst Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke weiterlaufen, denn diese decken die Grundlast und sind nur schwer regelbar. Leider.

(02. 03. 2014, 14:20)A streetcar named desire schrieb: Auch der durch Ökostromvertrag zusätzlich erzeugte Strom müsste erstmal über die noch zu errichtende Stromautobahn zu mir geleitet werden. Oder mit dem noch zu errichtenden Pumpspeicherkraftwerk im Schwarzwald gespeichert werden. Insofern sind Ökostromtarife meiner Meinung nach nur ein Mittel um den Gutgläubigen ein gutes Gewissen zu verkaufen (überspitzt formuliert).

Das halte ich für sehr überspitzt formuliert, denn ich bin der Meinung, daß wenn nicht die entsprechende Nachfrage besteht, auch keiner das Pumpspeicherwerk(*) oder die Stromautobahn baut. Würde weiter jeder billigen(**) Atomstrom wollen, dann würde sich der Bedarf für die vielberedete Stromautobahn gar nicht stellen.
Und die Notwendigkeit der "Stromautobahnen" kommt derzeit auch eher davon, daß die Energieversorger in den letzten Jahren ihr Netz ausgedünnt und Redundanzen stillgelegt haben. Jetzt soll der Steuerzahler das wieder bauen. Parallelen zur Bahn sind da nicht von der Hand zu weisen.

Einig sind wir uns aber wohl darin, daß ein Großteil der Ökostromanbieter damit wirklich nur Augenwischerei und Kundenvera**** treibt.

(*) da gäbe es inzwischen weit weniger landschaftsschädigende Möglichkeiten als Pumpspeicherwerke, z.B. Wasserstoffspeicher. Das führt hier aber zu weit.
(**) die Strompreise hierzulande sind nicht wegen der Energiewende so hoch oder bei Atomkraft niedrig.

(02. 03. 2014, 14:20)A streetcar named desire schrieb: Die Energiewende muss *politisch* auf den Weg gebracht werden.

Auch hier nur ein eingeschränktes "ja". Die Politik macht das nämlich nur, wenn "von unten" genug Druck kommt.
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