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Coronavirus: Maskenpflicht im ÖPNV
#21
Ich sehe in der Benutzung der Busse und Bahnen ehrlich gesagt überhaupt kein Problem. Der ÖV ist nachgewiesenermaßen kein großer Ansteckungsherd - in ganz Österreich wurde noch kein einziger (!) Fall dort nachgewiesen. Dadurch, dass in der Bahn wenig gesprochen wird, ist auch die Gefahr durch Aerosole gering.
Wenn man aber absolut auf Nummer sicher gehen will, kann man natürlich auch FFP2/3 Masken verwenden, ich halte es aber nicht unbedingt für nötig.

Zum Ursprungsthema zurück:
Die Zahl der "Maskenverweigerer" (sind es denn Verweigerer oder Personen, die wirklich keine tragen können?) ist meiner Erfahrung nach eher gering. Dadurch, dass im ÖV die Ansteckungsgefahr so gering ist, hätte ich persönlich auch kein Problem damit, neben einer Person ohne Maske zu sitzen, sofern diese nicht spricht oder gegenüber von mir sitzt.
Ich selbst trage natürlich eine Maske, aber nicht weil ich denke, dass es aufgrund der Pandemie unbedingt nötig ist (Länder ohne Maskenpflicht stehen nicht unbedingt schlechter da und Einführung/Aufhebung von Maskenpflicht hatte z.B. in Österreich keinen Effekt auf die Pandemie), sondern weil ich es auch vorsichtigeren und stärker gefährdeten Menschen ermöglichen will, den ÖPNV mit gutem Gewissen zu nutzen.
LANGFRISTIG fände ich es aber besser, wenn sich besonderes gefährdete Menschen mit wirklich sinnvollen Masken (FFP2/3) schützen, die nachweislich die Pandemie positiv beeinflussen, und alle anderen Menschen dadurch auf den nicht unumstrittenen MNS verzichten könnten.
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#22
(22. 08. 2020, 19:44)Stromabnehmer schrieb:
(22. 08. 2020, 16:58)Holger schrieb: Was Deinen Freiheitsdrang bezüglich des Sitzplatzes angeht kann ich nur sagen: Hut ab, wenn Du keine größeren Probleme hast. Da gibt es deutlich unangenehmeres in den Bahnen, z.B. überfüllte Bahnen oder Bahnen mit defekter Klimaanlage bei den aktuellen Temperaturen.
Stichwort Klimaanlage:
Gestern in der S6 mit S60 von Feuerbach nach Weil der Stadt und Böblingen:
In Feuerbach ist der Zug mit offenen Fenstern eingefahren, ich habe mich bewusst in den leeren, unklimatisierten Teil gesetzt, Fensterlüftung und Abstand sind mir geheuerer als Klimaltisierungsanlage. In Zuffenhausen dann der Hinweis: Bitte in den hinteren Teil umsteigen, die Fahrgastraumkühlung ist aus bedauerlichen Gründen nur eingeschränkt funktionsfähig (=kaputt). Niemand bewegt sich. Dann in Korntal wird der vordere Zugteil mittels einer sehr energischen Ansage für alle nicht Weil der Städter "geräumt" und diese hatten die tolle Möglichkeit, in einem Kurzzug (hintere S60) (war nur Vollzug) miteinander zu kuscheln. Ich habe dann einfach den nächsten Zug genommen und mich verarscht gefühlt.

A. Warum hat man den in Korntal halb geräumt?
B. Warum hat man den Zug nicht einfach von Beginn an gesperrt, wenn man doch davon wusste und die Fenster offen waren.
C. Ist es besser, einmal Gruppenkuscheln zu betreiben, oder besser, ohne Klimaanlage Abstände einzuhalten?

Zu A. und B. - es gibt bestimmte Grenztemperaturen, an denen Waggons zu sperren sind. In der Stammstrecke und in der Wendeschleife wird die Temperatur fallen. Spätestens sobald ein bestimmter Temperaturkorridor erreicht wird, so wird der Tf im Laufe der Fahrt mit der Leitstelle das weitere Vorgehen abgesprochen haben. Eine Teilräumung des Zuges ist vor Zuffenhausen aufgrund von Zugfolge und den damit verbundenen Folgen für das Gesamtnetz eher ungeschickt, sodass sich Zuffenhausen aufgrund der exklusiven Nutzung von Gleis 11 durch die S6 hier als erster Bahnhof für einen größeren Umstieg innerhalb desselben Zugverbunds eignet.

zu C. - Steigt die Temperatur nun weiter, so ist der Waggon zu räumen - allein aus versicherungstechnischen Gründen, da man für mögliche hitzebedingten Folgen haftungspflichtig ist. Genauso ist es ja auch im Fernverkehr, sodass es da in den letzten Tagen öfters mal zu Überbesetzungen gekommen ist.

(22. 08. 2020, 20:35)GoaSkin schrieb: Im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Maskenpflicht in Bahnen wird immer wieder seitens der Verkehrsunternehmen damit argumentiert, dass es den Zugbegleitern nicht zuzumuten sei, sich mit notorischen und aggressiven Maskenverweigerern zu beschäftigen.

Da denke ich mir jedoch, dass es deren Job ja auch ist, sich mit Schwarzfahrern herumzuärgern, die ebenfalls uneinsichtig sein können und dabei aggressiv werden.
Das Problem ist, dass die Zugbelgeiter hier, anders als in anderen Bundesländern, nicht von Beamten begleitet werden, die die Verstöße gegen die Verordnung direkt sanktionieren können. Dadurch kommen die Zugbegleiter erst in die Lage, als zahnlose Tiger betrachtet zu werden.
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#23
Es wurden in Korntal nur die rausgeworfen, die nicht in Weil der Stadt oder Malmsheim aussteigen wollen. Mit weniger Leuten ist der Zug dann weiter gefahren. Welchen Sinn das hat, habe ich in Teilen bis zu deinem Post nicht verstanden, klingt jedoch sehr logisch. Warum dann ein teil im Zug ohne Klimaanlage fahren konnte, dass weiß ich nicht.
"Bitte verlassen Sie den Bereich der offenen Türen, damit wir unsere Fahrt fortsetzen können."
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#24
Pencil 
(22. 08. 2020, 21:12)AFu schrieb: […] was habt ihr für eine Idee für mich? […]
Wenn Zeit keine große Rolle spielt, würde ich erstmal in Gegenrichtung bis mindestens Mühlhausen fahren.
Um dann erst (zurück)  in Zielrichtung zu fahren.
Mit Tasche/Rucksack den 2-er Sitz (am Kurzkuppel-Ende) besetzen.
Zumindest vom Gefühl her scheint da der Abstand etwas größer - und es kann  sich niemand direkt dazusetzen.
Notfalls auch nen oder zwei Zug rauslassen.
I muß di Stroßaboh no kriaga, denn laufa well i nedd >> Wolle
[Bild: stuttgart21xyxyxq4kh6.jpg]
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#25
Pencil 
Und allgemein dazu noch:
wir waren gerade drei Wochen in  Italien  im Urlaub:

In den Zügen sind pro 4er-Sitzgruppe immer 2 Sitze diagonal mit Verbotsschildern gekennzeichnet.

Es wird alle Viertelstunde per Durchsage - auch auf englisch - auf die MNS-Pflicht hingewiesen.
Wer ohne angetroffen wird, muss an der nächsten Station den Zug verlassen (nur einmal miterlebt).

Die Wagen-Übergänge waren tlw. verschlossen.
Und es gibt immer nur getrennte Doppeltüren zum aus- oder einsteigen.

Und: es gab nie Gedrängel,  es wurden mit Respekt Abstand (und Maskenpflicht) eingehalten.

In Florenz in Bus und Straßenbahn dasselbe; d.h. im Bus z.T. bis zu 70% der Sitze nicht zur
Benutzung freigegeben.

Außerdem dort  Desinfektions-Spender  in jedem Fahrzeug (!)
I muß di Stroßaboh no kriaga, denn laufa well i nedd >> Wolle
[Bild: stuttgart21xyxyxq4kh6.jpg]
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#26
(22. 08. 2020, 18:51)dt8.de schrieb:
(22. 08. 2020, 13:25)Holger schrieb: Asthmatiker z. B. wären für mich eine Gruppe, die mit der Maske ein Problem haben könnten, aber das würde dann ein Arzt bescheinigen können.

Als Asthmatiker kann ich Dir dir allerdings versichern, dass 1.) eine Maske für mich und andere mir bekannte Asthmatiker kein Problem darstellt, und 2.) wir diese schon aus Eigeninteresse tragen, da wir zur Risikogruppe zählen.
Siehste, wieder was gelernt. Das hätte ich tatsächlich anders eingeschätzt. Aber jetzt, wo Du es sagst: Meine Frau hat ja auch ab und an etwas Luftnot wegen ihrer Allergien und sie trägt natürlich Maske.
Danke für diesen Hinweis.
Ich bin stammzellentransplantiert und habe den ÖPNV seit Anfang des Jahres auch gemieden, weil mir das Risiko einfach zu groß war. Hat mir meine Ärztin auch bescheinigt. Ich achte inzwischen sehr genau auf Abstände, egal wo. Wenn ich mit der Bahn fahren würde, wäre es für mich klar, dass ich die Bahn verlassen würde, wenn die Abstände zu gering werden. 
Momentan vermeide ich es, wo es nur geht. Jetzt im Urlaub mit Wohnmobil ist es bissle schwierig.
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#27
(23. 08. 2020, 07:19)Holger schrieb: Jetzt im Urlaub mit Wohnmobil ist es bissle schwierig.
Was ist da schwierig?
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#28
(22. 08. 2020, 21:41)sbahnfreund.stuttgart schrieb: Ich sehe in der Benutzung der Busse und Bahnen ehrlich gesagt überhaupt kein Problem. Der ÖV ist nachgewiesenermaßen kein großer Ansteckungsherd - in ganz Österreich wurde noch kein einziger (!) Fall dort nachgewiesen. Dadurch, dass in der Bahn wenig gesprochen wird, ist auch die Gefahr durch Aerosole gering.

"Nicht nachgewiesen" heißt nicht "nicht stattgefunden". Es gibt aber auch genug, bei denen der Anteckungsweg nicht nachvollgogen werden konnte. Von daher ergibt das eben nicht, dass ÖPNV sicher wäre. Aus China gibt es gegensätzliche Untersuchungen aus Bussen.
Es wird in der Bahn vielleicht wenig gesprochen, aber wenn im Herbst wieder die Erkältungssaison mit Husten und Schnupfen kommt, dann sind da ganz viele Aerosole in der Luft. Für Erkältungen dürfte das Gedränge im ÖPNV eine der Hauptansteckungsquelle sein, warum sollte sich das Corona-Virus da anders verhalten?
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#29
Stichwort: Leute, die ihre Maske absetzen, um dann lauthals über die gesamte Busfahrt zu telefonieren.
"Bitte verlassen Sie den Bereich der offenen Türen, damit wir unsere Fahrt fortsetzen können."
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#30
Aber bei keiner Grippewelle der letzten Jahrzehnte wurde eine Maskenpflicht verhängt, die Aerosole haben noch nie interessiert.
Oder wird nach Corona dann auch immer in der Grippesaison eine Maskenplicht eingeführt, weil sie ja so viel gebracht hat?
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