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Einsparmöglichkeiten bei der SSB (Taktgefüge)
#1
Zuerst einmal allen Forenmitgliedern ein Frohes Neues Jahr 2016!

Ich möchte einen neuen Thread aufmachen, der sich mit Einsparmöglichkeiten durch veränderte Taktgefüge befasst. Hauptsächlich bei der Stadtbahn, aber auch beim SSB-Bus.
Wir alle wissen, dass die finanzielle Situation der SSB nicht rosiger werden wird. Es geht hier allerdings keieswegs um ein Programm zum Abbau von Betriebsleistungen. Vielmehr brauchen wir meines Erachtens insgesamt mittelfristig deutliche Angebotsausweitungen!

Gerade deswegen ist es aber sinnvoll, nach geeigneten Einsparmöglichkeiten zu suchen.
Ich möchte heute einen speziellen Bereich betrachten, nämlich den Sonn- und Feiertagsverkehr.
Das Taktgefüge bei der STADTBAHN sieht heute in etwa so aus:
Bis 7.00 alle 30 Min
Bis 11.00 (U14 früher) alle 15 Min
Bis 18.00 alle 10 Min
Spätverkehr alle 15 Min

Die deutlichste Änderung vor einigen Jahren war der 10Min-Takt (nachdem jahrzehntelang der SSB-typische und seltene 12Min-Takt galt).
Und genau HIER setze ich an.
Ist der 10Min-Takt wirklich gerechtfertigt, zieht er womöglich viele neue Fahrgäste an?
Nach meinen Beobachtungen sage ich klar NEIN.

Auch wenn ich z.B. mit Köln vergleiche, wo sogar SAMSTAGS(!) nur ein 15Min-Grundtakt gilt, halte ich den 10Min-Takt sonntags für überzogen.
Ja, in manchen Abschnitten gibt es selbst da Kapazitätsengpässe (U7 nach Sillenbuch, natürlich U14 Wilhelma, teilweise U6 Feuerbach).
ABER DIESE ENGPÄSSE löst man gezielt! Ich komme weiter unten darauf zu sprechen.

Ich schlage folgendes Taktgefüge Sonn- und Feiertags vor:
Es gilt der 15Min-Grundtakt.
Bis 8.00 nur alle 30 Minuten. Danach bis Betriebsschluss durchgehender 15Min-Takt.
VORTEILE:
- Zuerst natürlich die Einsparungen!
- Leicht merkbarer Takt den ganzen Tag über, gleiche Abfahrtszeiten.
- Optimale Kompatibilität mit Taktschema bei S-Bahn und Bus (30 Min bzw. 15 Min bei den Bussen 40-44).
(Für Linien 81 und 82 müssen Lösungen gefunden werden, im Grunde reicht da, auch wenns weh tut, der 30Min-Takt!)

NOTWENDIGE VERSTÄRKUNGEN:
Kann man über Zwischenfahrten machen (dann sogar 7-8Min-Takt) oder über längere Züge.
Um tatsächlich Einsparungen deutlich zu verwirklichen, plädiere ich für 60m-Züge sonntags auf U6, U7 und U14! (Bis es sie gibt eben 80m-Züge auf U6 und U7 und auf U14 Pendelfahrten Berliner Platz – Wilhelma).

INSGESAMT ergeben sich durchaus Einsparungen, schließlich sind über 15% der Jahrestage Sonntage oder Feiertage!

Bin jetzt aber auf eure Meinungen gespannt!
Tram 68 S-Bhf Köpenick - Alt-Schmöckwitz
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#2
Hallo,

einen ähnlichen Vorschlag habe ich vor Jahren auch schon einmal gemacht und damit einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen.
Grundsätzlich halte ich speziell am Sonn- und Feiertag einen 15 - Minutentakt für mehr als ausreichend.
Man könnte die Einsparungen dann aber auch nutzen, um beispielsweise einen täglichen Nachtverkehr einzuführen. Ich bin auch der Meinung, dass das Geld für nicht benötigte Verkehre, also im konsumptiven Bereich - dann für wichtige Investitionen fehlt.

Mein Vorschlag:
1. Im Wochenend- und Nachtverkehr U4 und U13 verknüpfen
-> U4/13 Hölderlinplatz - Ostendplatz - O'türkheim - Cannstatt - Feuerbach
2. Im Wochenend- und Nachtverkehr fährt die U9 nur bis Berliner Platz und gegen den Uhrzeigersinn durch die Stadt; die U2 fährt im Uhrzeigersinn:
-> U9 Hedelfingen - Stöckach - Staatsgalerie - Hbf - Berliner Platz - Rotebühlplatz - Stöckach - Hedelfingen
U2 Neugereut - Stöckach - Rotebühlplatz - Botnang - Berliner Platz - Hbf - Stöckach - Neugereut
Mir ist klar, dass es aufgrund der anstehenden S21 - Bauarbeiten ohnehin zu Änderungen kommen wird, so dass dies erst in ein bis zwei Jahren umgesetzt warden könnte.
3. Im Wochenend- und Nachtverkehr ist es m.E. auch nicht erforderlich, mit 3 U - Bahnlinien zwischen Hbf und Möhringen zu fahren - Hier könnte ich mir einen 15 - Minutentakt durch eine Linie vorstellen und einen Nachtknoten in Möhringen (U5 und U12 nur bis und ab Möhringen, auf den nördlichen Ästen nach Killesberg und Hallschlag/demnächst Remseck müsste man sich was einfallen lassen)
4. Ich kann mir aber auch ein spezielles Nachtbusnetz vorstellen, dass dann eben auch teilweise verstärkt schon für Wochenend- und Nachtverkehr gilt. Aber da das Busnetz bei der VVS ohnehin schon sehr mager ist, würde ich mir dort eher Verstärkungen zum Ausgleich wünschen. Hier besteht m.E. einiges an Nachholbedarf. Andererseits gibt es hier einiges an Parallelverkehr

Beispiel: Teilung der L.44
Ast 1: L.44 Killesberg - Hbf - Schlossplatz
Ast 2: L.144 Rotebühlplatz - (->Marienstr.) - Schwab-/Rotebühlstr. - Rotebühlstr. - Westbahnhof im 15 - Minutentakt
Ast 3: L.244 Rotebühlplatz - (->Marienstr.) - Schwab-/Rotebühlstr. - Schwabstr. - Reinsburgstr. - Gewerbegebiet U.d. Birkenkopf im 30 - Minutentakt
Ast 3 wird zu einem 15 - Minutentakt verstärkt durch L.92 (ebenso im 30 Minutentakt), wobei ich auch nichts dagegen hätte, wenn die L.92 endlich über die größere Rotebühlstr. zu fahren, wo sie als Überortslinie hingehört!

Beispiel Teilung der L.43
Ast 1: L.43 Killesberg - Rotebühlplatz - Wilhelmstr direkt - Zellerstr
Der Ast 2: L.143 Schlossplatz - Olgastr - Marienplatz direkt - Marienhospital - Schreiberplatz kann dann der L.42 zugeschlagen warden, die somit zum Rundkurs wird. Und damit hätte man endlich auch mal eine vernünftige Verknüpfung zwischen den Stadtteilzentren Marienplatz und Schwabstr. bzw. zum Marienhospital.

Eine sinnvolle Ergänzugn ware für mich auch eine neue Linie 344, die im 30 - Minutentakt die Höhenlagen entlang der Karlshöhe erschließen würde. Hierfür könnte man Kleinbusse verwenden.
L.344: Rotebühlplatz - Reinsburgstr - Hasenbergsteige - Hohentwielstr. - Südheimer Platz.

Während das Stadtbahnsystem nämlich recht gut ausgebaut ist, fehlt es an der Feinerschließung doch zum Teil recht deutlich.

Holger



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#3
(02. 01. 2016, 22:58)Holger2 schrieb: Hallo,

einen ähnlichen Vorschlag habe ich vor Jahren auch schon einmal gemacht und damit einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen.
Grundsätzlich halte ich speziell am Sonn- und Feiertag einen 15 - Minutentakt für mehr als ausreichend.
Ja, wenn es Doppeltraktionen auch an Sonntagen gibt.

(02. 01. 2016, 22:58)Holger2 schrieb: 2. Im Wochenend- und Nachtverkehr fährt die U9 nur bis Berliner Platz und gegen den Uhrzeigersinn durch die Stadt; die U2 fährt im Uhrzeigersinn:
-> U9 Hedelfingen - Stöckach - Staatsgalerie - Hbf - Berliner Platz - Rotebühlplatz - Stöckach - Hedelfingen
U2 Neugereut - Stöckach - Rotebühlplatz - Botnang - Berliner Platz - Hbf - Stöckach - Neugereut
Und Botnang?

(02. 01. 2016, 22:58)Holger2 schrieb: 3. Im Wochenend- und Nachtverkehr ist es m.E. auch nicht erforderlich, mit 3 U - Bahnlinien zwischen Hbf und Möhringen zu fahren - Hier könnte ich mir einen 15 - Minutentakt durch eine Linie vorstellen und einen Nachtknoten in Möhringen (U5 und U12 nur bis und ab Möhringen, auf den nördlichen Ästen nach Killesberg und Hallschlag/demnächst Remseck müsste man sich was einfallen lassen)
Man sollte m. M. n. schon mindestens zwei Linien in die City führen (U6, U12), meinetwegen eine von beiden als Eilzug.

(02. 01. 2016, 22:58)Holger2 schrieb: Marienhospital - Schreiberplatz kann dann der L.42 zugeschlagen warden, die somit zum Rundkurs wird. Und damit hätte man endlich auch mal eine vernünftige Verknüpfung zwischen den Stadtteilzentren Marienplatz und Schwabstr. bzw. zum Marienhospital.
Die 42 hat aber jetzt schon genug mit Verspätungen zu kämpfen.
Und wo sollen die Fahrer Pause machen?



[/quote]

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#4
Zitat:Und Botnang?
Nch wie vor in der U2 enthalten: U2 Neugereut - Stöckach - Rotebühlplatz - Botnang - Berliner Platz - Hbf - Stöckach - Neugereut
Zitat:Man sollte m. M. n. schon mindestens zwei Linien in die City führen (U6, U12), meinetwegen eine von beiden als Eilzug
Was man auch machen könnte: die U6 und die U12 zu einem Zug zusammenfügen und dann bis Hbf. als ein Zug in Doppeltraktion fahren - dort wieder trennen.
Zitat:(re L. 42 Rundkurs) Die 42 hat aber jetzt schon genug mit Verspätungen zu kämpfen.
Und wo sollen die Fahrer Pause machen?
Am Schlossplatz, wo auch das Klohäuserl ist. Rundkurs heißt ja nicht, dass die Busse ohne Pause durchfahren - am Schlossplatz ware immer die logische Endstation.
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#5
Es wird schwer zu vermitteln sein, ein "erkämpftes" Angebot den Menschen wieder wegzunehmen. Insofern ist das schon ein Abbau von Betriebsleistungen.

@Alt-Schmöckwitz: was nützt es sonntags die U14 im 7,5-Min-Takt verkehren zu lassen, wenn eine Familie aus Botnang oder Weilimdorf, die zur Wilhelma will, bis zu einer Viertelstunde warten muß, wenn sie die U2 bzw. U6 verpaßt hat? Die wird dann wieder lieber aufs heilix Blechle zurückgreifen. Auch manche Wandergruppe startet schon vor 8 Uhr.

@Holger2: wenn Stadtbahnlinien, deren Linienweg sich die Stuttgarter eingeprägt haben, abhängig von der Tageszeit plötzlich einen anderen Linienweg fahren, stiftet das Verwirrung. Nicht durchführbar.
Bei den Buslinien wäre das mit abweichenden Liniennummern nicht problematisch, allerdings vor die Liniennummer 44 eine 1, 2, oder 3 dranzuhängen ist nicht die optimale Lösung, denn die Linien 144 und 244 gibt es bereits im VVS-Gebiet.
Was das Stadtbahn-Überangebot an Sonntagen zwischen City und Möhringen betrifft, gebe ich dir recht. Allzu oft ist die U12 in Fahrtrichtung Stadt fast leer. Also lieber die U6 als Doppelzug bzw. Flügelung einführen. Aber Dürrlewang dann sonntags abhängen?

@SSBChris: die Idee mit dem Eilzug City-Möhringen ging mir auch schon durch den Kopf. Nicht bedient würden dann Stationen wie Dobelstraße, Weinsteige, Peregrinastraße und Riedsee. Erst recht, wenn die U6 zum Flughafen fährt, wäre das eine Überlegung wert.

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#6
Flügelung halte ich für ungeeignet.

Gründe:

- Zeitaufwand beim Trennen/Kuppeln
- Verspätungen des Zulaufs eines Fahrzeugs wirken sich auf alle anderen Fahrten aus (ggf. Blockade der Strecke)
- 4 inkompatible Fahrzeugserien im Einsatz


Ob ein "Eilzug" entlang der U6 wirklich so viel Zeit einspart? Eher bringt er an den Knoten das bestehende Taktgefüge durcheinander und fährt halb leer durch die Gegend, weil die Leute an Zwischenstationen nicht einsteigen können.


Insgesamt gesehen, gefällt mir das Angebot im Stadtbahnbereich recht gut - gerade wegen der leicht merkbaren Takte und den eindeutigen Linienführungen.

MfG
GT6
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#7
Eilzüge in einen so dichten Taktgefüge bringen nichts. Wie willst du die langsamen Bahnen überholen?
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#8
(03. 01. 2016, 14:04)glx schrieb: Eilzüge in einen so dichten Taktgefüge bringen nichts. Wie willst du die langsamen Bahnen überholen?

Wir reden ja auch vom Nachtverkehr, da kann das schon eher funktionieren:
An der Vaihinger Str. Vor den langsamen Zug, dannmuss nicht überholt werden. Ein Eilzug ist ja kein ICE Wink
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#9
(03. 01. 2016, 14:45)SSBChris schrieb: Wir reden ja auch vom Nachtverkehr, da kann das schon eher funktionieren:

Und wenn selten gefahren wird, werden noch mehr Fahrten für die Zwischenhalte gestrichen? Das wird nicht duchzusetzen sein.
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#10
Man möge mir gestatten meine Meinung zu äußern,
dass die Diskussion doch leicht abgedriftet ist...
Mit ging es vor allem um die Takte!
Daher nochmals fokussiert die Frage:
Was haltet ihr von einem 15-Minuten-Grundtakt an Sonn- und Feiertagen?
(Einzelne Zustimmung gab es ja)

PS
1.) U9 abends über Innenstadtschleife usw. - davon würde ich auch dringend abraten. Gabs schonmal ab ca. 1986 mit der Strab 2 - war ein Chaos!
2.) U12 an Sonntagen in Degerloch enden lassen! Dürrlewang über BUS 81 reicht.
3.) U5 abends und sonntags nur ab Vaihinger Str., Anschluss von und zur U6, wenden über Gleiswechsel.
Tram 68 S-Bhf Köpenick - Alt-Schmöckwitz
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