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Verspätungen im Stuttgarter S-Bahn System
Datenauswertung zeigt die aktuelle Pünktlichkeit bei der Stuttgarter S-Bahn – live aktualisiert: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/i...98987.html
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Heute morgen mal wieder ein perfektes Beispiel wie sich Verspätung auswirken:

S1 Plochingen, 6:42 Uhr ab Goldberg - auf die Sekunde pünktlich!!

Vor Rohr dann am Signal gestanden, da die vorherige S2/S3 mit +7 unterwegs war.

Ankunft mit +5 in Rohr

Hinter uns Stand ein Zug in Sichtweite im Stau. Der hat uns erst in Vaihingen überholt als die S1 dort schon wieder losgefahren ist. Blockfreigabe hinter der S1 hat also auch noch relativ lang gedauert.
Disclaimer: Alle Äußerung von mir stellen nur meine persönliche, private Sichtweise da.
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Das wundert mich überhaupt nicht. Heute Morgen war ich privat kurz mit den Öffentlichen in Stuttgart und wollte in der Rushhour wieder nach Hause.
Der Lokführer einer pünktlich eingefahrenen S1 nach Plochingen am Hauptbahnhof kündigt den Schließvorgang mit  "Zurückbleiben" an und schließt die Türen. Hilfsbereite Fahrgäste stehen in der Lichtschranke und halten in aller Ruhe eine Tür auf. Noch zweimal macht der Lokführer eine Durchsage - interessiert kein Schwein. Dann läuft die Tür endlich zu, aber es kommt noch jemand angerannt und drückt die Tür wieder auf. Auch dieser Herr bleibt mitten im Türbereich stehen, Frau und Kinder kommen allmählich die Rolltreppe herunter. Dann erfolgt eine laute Durchsage in der gesamten Station. Interessiert niemanden. Selbst die Abfertigungshelfer in den gelben Westen kümmern sich nicht, die spielen lieber am Handy rum. Die S5 nach Bietigheim steht schon vor dem Bahnsteig. Nach mehr als zwei Minuten Standzeit sind alle Türen endlich zu und die S1 fährt weiter.
Als dann die S5 am Bahnsteig steht, geht es genauso weiter. Es erfolgt zwar keine Ankündigung für den Schließvorgang, die Türen fangen an zu piepsen und laufen zu. Im Bereich der Rolltreppe steht wieder jemand in der Tür. Der Lokführer schaut geduldig aus dem Fenster und wartet. Irgendwann erfolgt wieder eine Ansage auf dem Bahnsteig. Der junge Mann bleibt trotzdem im Türbereich stehen, die Abfertigungshelfer sind immer noch mit dem Handy beschäftigt und der Lokführer schaut weiter aus dem Fenster. Nachdem dann noch zwei junge Männer eingestiegen sind, schließt die Tür und der Zug fährt ab: Vier Minuten Verspätung.
Die nächste S3 nach Backnang steht schon vor dem Bahnsteig und kommt dann gleich hinterhergefahren.
Nach dem Ein- und Aussteigen kündigt der Lokführer den Schließvorgang an, direkt danach folgt die automatische Ansage. Trotzdem stellt sich noch jemand in eine schließende Tür und blockiert diese, bis sie sich nicht mehr bewegt. Die rote Lampe blinkt dauerhaft. Der Lokführer flucht, alle Tritte fahren wieder aus und kurz darauf wieder ein. Die blockierte Tür geht zu, aber zwei andere sind wieder offen.
mit sechs Minuten Verspätung geht es weiter.
Dann kommt meine S6. Es geht zügig voran bis zum Nordbahnhof. Dort stehen wir. Zweimal kam die Durchsage, dass der Türbereich freigemacht werden soll. Es geht weiter nach Feuerbach, auch hier dauert es wieder. Nach erneutem Hinweis, aus dem Türbereich zu treten, geht es mit sieben Minuten Verspätung weiter. In Zuffenhausen bin ich in den Bus umgestiegen.
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Diese S-Bahn-Lotsen sind die größten Witzfiguren, ich habe in letzter Zeit so oft beobachtet, wie die einfach nur dastehen und ein Pläuschen halten in ihren albernen Warnwesten - aber ihren eigentlichen Job nicht machen. Wofür werden die bezahlt und warum ändert da niemand was dran?

Die neuen S-Bahnen sind für den großen Andrang einfach nicht geeignet - früher gingen die Türen zu und gut war. Jetzt sind blockierte Lichtschranken in den Türen einfach kompletter Alltag geworden, in den HVZ ist das jedes mal ein Problem.

Anderes absurdes Beispiel: Bei der Bahnhofsperrung am Donnerstagmorgen in Zuffenhausen (Verdacht auf Brand in Zug) hat es sich ebenfalls gewaltig gestaut. Als der Bahnhof wieder freigegeben wurde, hat es sich dann nur langsam wieder aufgelöst. Es kam dann auch eine S5 Richtung Stuttgart mit zwei Zugteilen und nachdem alle eingestiegen sind, war diese zu 90% gefüllt. Türfreigabe zurückgenommen und es sollte eigentlich losgehen - in dem Moment fährt eine randvolle S6 aus Weil der Stadt kommend am Nebengleis ein, die aufgrund der Störung vorzeitig dort endete. 

Was macht der Fahrer der S5? Er gibt ernsthaft die Türen wieder frei - mit dem Ergebnis, dass sich jetzt alle Fahrgäste aus dem S6 Langzug in einen bereits überfüllten S5 Vollzug gedrängt haben. Ergebnis: Bis zur Abfahrt standen wir weitere 6-7 Minuten (und die Hälfte der Fahrgäste stand noch auf dem Bahnsteig, weil sie nicht mehr reinpassten!), sowie in Feuerbach ebenfalls noch mal 5 Minuten, am Nordbahnhof 4 Minuten. Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat... 

Aber auch hier: Es piept, es blinkt, aber die Fahrgäste gehen nicht einen Zentimeter aus dem Türbereich. Würde bei den neuen Fahrzeugen nicht standardgemäß non-stop automatische Durchsagen kommen, ständig und immer alles leuchten, blinken und piepsen - sogar bevor die Tür aufgeht - sondern nur dann, wenn bspw. die Tür blockiert ist, wäre das bestimmt anders. Dank der ständigen Reizüberflutung in den Bahnen reagiert keiner mehr auf Durchsagen und piepsen.

S-Bahn fahren ist eine reine Qual geworden und ich verstehe jeden, der das mit allen Mitteln zu vermeiden versucht.
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(22. 04. 2024, 19:07)zweidreisieben schrieb: [...]
S-Bahn fahren ist eine reine Qual geworden und ich verstehe jeden, der das mit allen Mitteln zu vermeiden versucht.

Verstehe ich auch und gehöre selbst dazu. Es sind ja noch viel mehr Gründe als das Aufgezählte.

Was ich nicht verstehe ist, warum nicht an ein paar technischen Stellschrauben gedreht wird, um die Situation zu verbessern. Beispielsweise könnten zulaufende Türen, die ein Hindernis in der Lichtschranke erkennen, nur ca. 5 cm zurücklaufen und dann direkt einen neuen Schließversuch starten. Sie müssen doch nicht jedesmal wieder komplett öffnen. Dann würde die Lichtschranke auch nicht ständig im letzten Moment vor der Schließung mit der Hand blockiert werden. Man käme ohnehin nicht mehr rein. Die Schiebetritte könnte man auch mit einem separaten Taster anfordern, statt immer alle auszufahren. Idealerweise so, dass sie wie die Stadtbahntüren bereits während der Fahrt angefordert werden können und mit der Türfreigabe direkt ausfahren. Dann gäbe es viele Türen, die schneller schließen und ein Aufhalten weniger lang möglich ist. Auch das zentrale Öffnen könnte man wieder abschaffen und bestenfalls auch die Türanforderung wie bei der Stadtbahn von innen schon während der Fahrt ermöglichen. Lichtschranken direkt an den Gummilippen wären ebenfalls sinnvoll, um das Öffnen durch innen angelehnte Fahrgäste zu vermeiden.

Vielleicht geht nicht alles davon, aber dass es keine umsetzbaren Verbesserungsmöglichkeiten gibt glaube ich auch nicht.
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(22. 04. 2024, 15:31)horsti0711 schrieb: Das wundert mich überhaupt nicht. Heute Morgen war ich privat kurz mit den Öffentlichen in Stuttgart und wollte in der Rushhour wieder nach Hause.
Der Lokführer einer pünktlich eingefahrenen S1 nach Plochingen am Hauptbahnhof kündigt den Schließvorgang mit  "Zurückbleiben" an und schließt die Türen. Hilfsbereite Fahrgäste stehen in der Lichtschranke und halten in aller Ruhe eine Tür auf. Noch zweimal macht der Lokführer eine Durchsage - interessiert kein Schwein. Dann läuft die Tür endlich zu, aber es kommt noch jemand angerannt und drückt die Tür wieder auf. Auch dieser Herr bleibt mitten im Türbereich stehen, Frau und Kinder kommen allmählich die Rolltreppe herunter. Dann erfolgt eine laute Durchsage in der gesamten Station. Interessiert niemanden. Selbst die Abfertigungshelfer in den gelben Westen kümmern sich nicht, die spielen lieber am Handy rum. Die S5 nach Bietigheim steht schon vor dem Bahnsteig. Nach mehr als zwei Minuten Standzeit sind alle Türen endlich zu und die S1 fährt weiter.
Als dann die S5 am Bahnsteig steht, geht es genauso weiter. Es erfolgt zwar keine Ankündigung für den Schließvorgang, die Türen fangen an zu piepsen und laufen zu. Im Bereich der Rolltreppe steht wieder jemand in der Tür. Der Lokführer schaut geduldig aus dem Fenster und wartet. Irgendwann erfolgt wieder eine Ansage auf dem Bahnsteig. Der junge Mann bleibt trotzdem im Türbereich stehen, die Abfertigungshelfer sind immer noch mit dem Handy beschäftigt und der Lokführer schaut weiter aus dem Fenster. Nachdem dann noch zwei junge Männer eingestiegen sind, schließt die Tür und der Zug fährt ab: Vier Minuten Verspätung.
Die nächste S3 nach Backnang steht schon vor dem Bahnsteig und kommt dann gleich hinterhergefahren.
Nach dem Ein- und Aussteigen kündigt der Lokführer den Schließvorgang an, direkt danach folgt die automatische Ansage. Trotzdem stellt sich noch jemand in eine schließende Tür und blockiert diese, bis sie sich nicht mehr bewegt. Die rote Lampe blinkt dauerhaft. Der Lokführer flucht, alle Tritte fahren wieder aus und kurz darauf wieder ein. Die blockierte Tür geht zu, aber zwei andere sind wieder offen.
mit sechs Minuten Verspätung geht es weiter.
Dann kommt meine S6. Es geht zügig voran bis zum Nordbahnhof. Dort stehen wir. Zweimal kam die Durchsage, dass der Türbereich freigemacht werden soll. Es geht weiter nach Feuerbach, auch hier dauert es wieder. Nach erneutem Hinweis, aus dem Türbereich zu treten, geht es mit sieben Minuten Verspätung weiter. In Zuffenhausen bin ich in den Bus umgestiegen.

Warum die Beschwerden? Wir bestellt und gewählt, so bekommen. Wir Leben doch im besten Deutschland aller Zeiten. Beim ET 420 mit Zentralschliesen gab es das nicht.
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(22. 04. 2024, 19:31)metalhead schrieb:
(22. 04. 2024, 19:07)zweidreisieben schrieb: [...]
S-Bahn fahren ist eine reine Qual geworden und ich verstehe jeden, der das mit allen Mitteln zu vermeiden versucht.

Verstehe ich auch und gehöre selbst dazu. Es sind ja noch viel mehr Gründe als das Aufgezählte.

Was ich nicht verstehe ist, warum nicht an ein paar technischen Stellschrauben gedreht wird, um die Situation zu verbessern. Beispielsweise könnten zulaufende Türen, die ein Hindernis in der Lichtschranke erkennen, nur ca. 5 cm zurücklaufen und dann direkt einen neuen Schließversuch starten. Sie müssen doch nicht jedesmal wieder komplett öffnen. Dann würde die Lichtschranke auch nicht ständig im letzten Moment vor der Schließung mit der Hand blockiert werden. Man käme ohnehin nicht mehr rein. Die Schiebetritte könnte man auch mit einem separaten Taster anfordern, statt immer alle auszufahren. Idealerweise so, dass sie wie die Stadtbahntüren bereits während der Fahrt angefordert werden können und mit der Türfreigabe direkt ausfahren. Dann gäbe es viele Türen, die schneller schließen und ein Aufhalten weniger lang möglich ist. Auch das zentrale Öffnen könnte man wieder abschaffen und bestenfalls auch die Türanforderung wie bei der Stadtbahn von innen schon während der Fahrt ermöglichen. Lichtschranken direkt an den Gummilippen wären ebenfalls sinnvoll, um das Öffnen durch innen angelehnte Fahrgäste zu vermeiden.

Vielleicht geht nicht alles davon, aber dass es keine umsetzbaren Verbesserungsmöglichkeiten gibt glaube ich auch nicht.

Alleine schon in eine zugehende Tür fassen zu müssen, weil die Technik so funktioniert ist eigentlich widersinnig. Widerspricht sie doch der menschlichen Natur, sich nicht in Gefahr zu begeben. Man hat auch immer ein klammes Gefühl dabei. Technik kann ja prinzipiell mal ausfallen und einem die Hand/Bein abquetschen.
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Hallole,

aber es funktioniert ja, und und wenn eine mit einem Spalt offen bleibende Tür mit vier kärtigen Händen wieder auf gezogen wird, wir das auch sicher gemacht.

Ich muss mich entschuldigen, vor bald 10 Jahren wollte ich auch mal in einer U2 mit, bei der die Abfahrt an stand, und die Türen schon am schießen waren, ich dazwischen und mit etwas Hau-Ruck war ich drin, aber die Tür dann dummerweise gestört. - Das tat mir dann auch einerseits leid, und ich werde mich für die Zukunft zurück halten.

Ich hab kürzlich ein YouTube-Video aus Berlin gesehen, da geht das mittlerweile auch so, dass zugehende Türen blockiert werden und so die Abfahrt verzögert wird...
https://www.youtube.com/watch?v=x0vE_VZMcH4

Aber was soll schon passierten, solange andere Fahrgäste nicht eingreifen und sich zur Wehr setzten, werden diese Personen nicht bestraft, und die anderen werden sich zurückhalten, weil die dann ja bestraft werden.

Grüßle
AFu
[Bild: 3320-Front-DSO.jpg]
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Stuttgarts Straßen- und Stadtbahnlinien im Internet:
http://www.ssb-linien.de
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(22. 04. 2024, 22:01)AFu schrieb: Hallole,

aber es funktioniert ja, und und wenn eine mit einem Spalt offen bleibende Tür mit vier kärtigen Händen wieder auf gezogen wird, wir das auch sicher gemacht.

Ich muss mich entschuldigen, vor bald 10 Jahren wollte ich auch mal in einer U2 mit, bei der die Abfahrt an stand, und die Türen schon am schießen waren, ich dazwischen und mit etwas Hau-Ruck war ich drin, aber die Tür dann dummerweise gestört. - Das tat mir dann auch einerseits leid, und ich werde mich für die Zukunft zurück halten.

Ich hab kürzlich ein YouTube-Video aus Berlin gesehen, da geht das mittlerweile auch so, dass zugehende Türen blockiert werden und so die Abfahrt verzögert wird...
https://www.youtube.com/watch?v=x0vE_VZMcH4

Aber was soll schon passierten, solange andere Fahrgäste nicht eingreifen und sich zur Wehr setzten, werden diese Personen nicht bestraft, und die anderen werden sich zurückhalten, weil die dann ja bestraft werden.

Grüßle
AFu

Kannst ja eingreifen wenn du das Echo des Klientels erträgst.
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(22. 04. 2024, 22:01)AFu schrieb: Ich hab kürzlich ein YouTube-Video aus Berlin gesehen, da geht das mittlerweile auch so, dass zugehende Türen blockiert werden und so die Abfahrt verzögert wird...
https://www.youtube.com/watch?v=x0vE_VZMcH4

Grüßle
AFu

Es ist halt nunmal so - ein weiterer Kritikpunkt an der automatischen Abfertigung - dass dieses Prinzip an hochfrequentierten Bahnhöfen zu immer weiteren Verspätungen und damit Störungen führt. Tendenz mit weiter steigenden Passagieraufkommen steigend.
Viele Dinge also die nicht beachtet wurden. An der Zwangsschließung wird man nicht vorbeikommen. In vielen U-Bahn-Systemen gibt es keine Lichtschranken, weil es einfach nicht funktioniert, so zum Beispiel in London oder Prag. Immerhin hat das von mir geforderte zentrale Öffnen und Schließen schon zu Verbesserungen geführt. Aber es bestehen natürlich weiterhin Probleme.
In Karlsruhe haben ich mal 10 Minuten Verspätung beobachtet, weil immer wieder Leute die Treppe raufgekommen und eingestiegen sind. Wenn man einen dichten Takt hat, muss man halt einsehen, dass das so viel gelobte System nicht funktioniert und man die Fahrgastabfertigung zentral steuern und überwachen muss. Der Mensch macht was er will, und da kann man niemandem einen Vorwurf machen, denn wenn der Zug dasteht und die Türe offen ist kann und darf ich einsteigen. Da gibt es überhaupt nichts zu kritisieren!

Man sollte Probleme die Politik und Ingenieure verbockt haben nicht bei den Fahrgästen suchen.
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