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Personenunfall
#1
Hallo,
ich saß heute im RE Richtung Würzburg, an dem sich ein Personenunfall (kurz hinter Bi-Bi) ereignete.
Man hat leider für kurze Zeit viel zu viel gesehen, wobei ich dort nicht näher ins Detail gehen möchte.
Jedoch frage ich mich, was Notfallmanager, Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen nach so einem Fall genau machen. Ich war innerlich natürlich sehr neugierig, aber irgendwie wollte ich mir durch sowas (hatte heute Geburtstag) auch nicht den Tag kaputt machen, deswegen habe ich nicht genauer geschaut. Inzwischen beschäftigt mich das ganze aber doch. Der Zug konnte nach über einer Stunde sogar normal weiterfahren. Ich frage mich irgendwie immer, wie man den so schnell sauber kriegt, und ob da nicht auch irgendwie ein Schaden am Zug dabei entsteht.

Hoffe mir kann da jemand etwas mehr erzählen.

Viele Liebe Grüße
Chris
"Ladies and Gentlemen, the next station is London Charing Cross, Please mind the gap between the train and the platform."
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#2
Naja so ein Mensch zerplatzt ja nicht unbedingt vorne, wenn er unter den Zug gesogen wird kann es sein das er einfach gegen die ganzen Bauteile prallt und gar nicht stark blutet und somit eine Reinigung unnötig macht. Man wird wohl zuerst auch auf einen neuen Lokführer warten den der eigentliche wird kaum weiterfahren können Sad
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#3
Hallo,

Das Thema PU ist ja immer etwas heikel. Finde es aber gut das man darüber Spricht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das nicht jeder PU gleich ist! Den einen erwischt man im stehen, den einen im liegen. Dadurch ergibt sich das ein Zug evtl nicht so stark verunreinigt wird oder auch das der Zug keinen Schaden nimmt. Es gab aber auch schon Fälle das Absperrhähne weggerißen wurden oder der Schienenräumer verzogen wurde usw. Oft erfolgt die erste Grobreinigung noch vor Ort, meist durch Löschwasser der Feuerwehr. Der Zug wird in aller Regel so bald wie möglich der Reinigung zugeführt. Der Zug kann also oftmals schon früher weiterfahren obwohl weiter hinten noch "aufgeräumt" wird.

Der Lokführer der einen PU hat wird sofort abgelöst. Heute fährt kein Tf den Zug weiter. Wenn dann höchstens noch in den nächsten Bahnhof. Man kann nicht abschätzen wie sich der Tf im weiteren Verlauf der Schicht verhalten würde. Nach dem geschehenen läuft der Tf erstmal auf 120%, irgendwann kommt er langsam zur Ruhe und beginnt die Ereignisse zu verarbeiten. Mancher mag dies verkraften, ein andere könnte aber zusammenbrechen und dies versucht man durch eine Ablösung zu verhindern. Anschließend wird der Tf auch betreut.

Viele Grüße
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#4
Hi!

Der Notfallmanager ist der zuständige Einsatzleiter der DB Netz, des Eisenbahninfrastrukturuntenehmens. Dieser vertritt vor Ort die Interessen der DB Netz und sorgt für ein "freies Feld" der Mitarbeiter der Polizei, des Rettungsdienstes und der technisches Hilfeleistung, wie der Feuerwehr oder des THW. Zu nennen wäre explizit das Anleiten des Ausschaltens (erfolgt in der Zentralschaltstelle, kurz Zes) sowie das darauf folgende selbstständige Erden der Oberleitung. Auch das Sperren von Strecken kann er veranlassen. Weiterhin steht er in Verbindung mit der Notfallleitstelle welche an die Betriebszentralen der DB Netz angesiedelt sind. Hier erfolgt einmal der externe Austausch mit der zuständigen Leitstelle der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei. Das Ereignis wird hier dokumentiert und es erfolgt natürlich auch "interne" Information an Stellen innerhalb der BZ primär selbstverständlich der Netzdisposition (Netzkoordinator, Bereichsdisponenten) sowie den betroffenen Zugüberwacher. Nicht zu verwechseln ist der Notfallmanager mit einem meist von jedem EVU vorgehaltenem eigenem Notdienst.

Die Aufgabe der Feuerwehr beschränkt sich in solchen Situationen auf das Abspritzen der Fahrzeuge, sowie evtl. das Ausleuchten (bei Nacht). Da die Todesfeststellung incl. dem Ausstellen einer Todesbescheinigung einem Arzt vorbehalten ist (auch bei sicheren Todeszeichen, wie z.B. ein durch das Trauma bedingt amputierter Kopf!) wird auch ein Notarzt alarmiert.

Die Polizei wird in einem solchen Fall eine Ermittlung einleiten, was sicherlich auch nicht falsch ist. So wird unter anderem der Lokführer befragt (problematisch, da direkt nach dem Vorfall) und auch die Datenspeicherkasette (DSK) ausgelesen. Diese ist mit der "Black-Box" eines Flugzeuges vergleichbar. Die DSK besitzt mehrere Speicherspuren, auf welchen Parameter wie die aktuelle Geschwindigkeit, ein größerer Luftverlust in der Hauptluftleitung (entsteht beim Einleiten einer Schnellbremsung durch den Lokführer) oder auch Bedienhandlungen welche die PZB betreffen aufgezeichnet werden.

Gruß!
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#5
Moin,
der Tf muss nicht sofort eine Aussage machen, dies geht auch am nächsten Tag. Gerade weil sich der Tf in einem Schockzustand befindet. Nur die Personalien muss man angeben.
Viele Grüße
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#6
Hallo,

ich saß gestern in einer U6 gen Gerlingen, in der ein alter Mann sich seinen Kopf verletzt hat. Ist das normal, dass der Fahrer keinen Notarzt ruft??
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#7
(07. 08. 2010, 14:42)botnanger tunnel schrieb: Hallo,

ich saß gestern in einer U6 gen Gerlingen, in der ein alter Mann sich seinen Kopf verletzt hat. Ist das normal, dass der Fahrer keinen Notarzt ruft??

Hat es der Fahrer überhaupt gesehen? Und hast du denn einen Notarzt gerufen? Wenn der Fahrer vorne sitzt und im letzten Wagong verletzt sich jemand am Kopf, dann bemerkt der Fahrer nichts, normalerweiße.

Hatte der denn nur eine kleine Schramme am Kopf oder was wirklich schlimmes für den Notarzt?

Ansonsten macht sich ja jeder normale Bürger auch strafbar, durch unterlassene Hilfeleistung, wenn nicht geholfen wird...
Viele Grüße aus Möhringen
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