12. 07. 2010, 00:24
(11. 07. 2010, 20:36)Andreas schrieb: Und eine Frage brennt mir ja auch noch auf den Nägeln, wenn der unterirdische Bahnhof so katastrophal gefährlich ist (siehe z. B. Trafobrand Hanau, TGV-Brand), so unangenehm wg. der Landschaft ist - warum bitteschön bleibt dann die S-Bahn im K21 Konzept unter der Erde?
Bestandsschutz (außerdem wollen die Leute angeblich doch eh am liebsten, daß alles so bleibt, wie es ist)?

Aber im Ernst, Du darft nicht glauben, daß der Bau des Innenstadttunnels damals in den 1970er Jahren in der Bevölkerung unumstritten war. Vor allem die Baustelle selber: über Jahre hinweg eine kilometerlange häßliche, offene Baugrube mitten in der Stadt, Lärm, Behinderungen, eine gut frequentierte Straßenbahnstrecke (Linien 14 und 21 Ri. Westbahnhof) mußte fast komplett neu trassiert werden und sollte trotzdem bald darauf eingestellt werden, und angeblich (leider finde ich die Quelle nicht mehr) hätte beinahe auch die Kleine Schalterhalle dran glauben müssen. Ich denke, der Bau von S- und Stadtbahn in der Innenstadt wird zu Recht von Historikern als mit S21 durchaus vergleichbares Jahrhundertprojekt bezeichnet.
Was die Tunnelführung angeht: das war eben der damalige Zeitgeist. Tunnels galten als Garant für eine sichere(!) und vor allem schnelle und von Störeinflüssen unabhängige Streckenführung. Und die Menschheit hatte damals, vor gut dreißig Jahren, eben so manche schlimme Erfahrung noch nicht gemacht.
Wenn man aber jetzt die S-Bahn wieder nach oben holen wollte, wo sollte sie dann hin?. Da würde auch ein modernisierter K21 schnelll an seine Kapazitätsgrenzen stoßen, zudem bräuchte man einen Ersatz für die Innenstadttunnelstrecke (die Linie 21 gibt's ja nun nicht mehr

...im Übrigen bin ich der Meinung, daß die U15 in die Nordbahnhof- und Friedhofstraße gehört! (frei nach Marcus Porcius Cato d.Ä.)